„Oszillieren“ zwischen Kreativität und Routine? Zur körperlichen Performativität des Kreativen im alltäglichen Fremdsprachenunterricht
Abstrak
Das Verhältnis von Kreativität und Routine bleibt in fremdsprachendidaktischen Publikationen eher unscharf und wird mit Oszillieren beschrieben. Fremdsprachendidaktischen Erwartungen an kreativen, körperlich aktivierenden (Literatur-)Unterricht stellt der Beitrag ein praxistheoretisches Verständnis von Kreativität, Routine und Körperlichkeit entgegen. Demzufolge sind die Begriffe grundlagentheoretisch als miteinander verstrickt und nicht als gegensätzlich zu verstehen; empirische Ergebnisse verweisen auf spezifische spätmoderne Erwartungen von Kreativität sowie auf Routinen, die als notwendig für Unterricht betrachtet werden.Anhand von videographischen Beispielen aus dem Französischunterricht wird gezeigt, wie sehr Kreativität und Routine ineinander verwoben sind und zudem von der eingenommenen Perspektive abhängen. So wirkt nicht jedes kreative Handeln im Unterricht als fachdidaktisch wünschenswert; die manchmal didaktisch fragwürdig erscheinenden Praktiken sind aber innerhalb der Institution Schule und ihrer Zwänge funktional. Zugleich wird auch sichtbar, dass fachdidaktische Normen ein notwendiger Bewertungsmaßstab für Fachunterricht bleiben.Insgesamt zeigt sich Kreativität weniger als eindeutige didaktische Programmatik, sondern als soziale Notwendigkeit im Unterrichtsalltag, die didaktisch gestaltet werden sollte, da sie sonst auf didaktisch nicht erwünschte Weise auftritt.
Topik & Kata Kunci
Penulis (1)
Matthias Grein
Akses Cepat
- Tahun Terbit
- 2025
- Sumber Database
- DOAJ
- DOI
- 10.4000/14noc
- Akses
- Open Access ✓