Die ‚Demokratisierung‘ in der deutschen Literatur der Frühneuzeit. Ein neuer sozialer Spiegel in der Schwankliteratur: der Fall von Georg Wickrams „Rollwagenbüchlein“ (1555)
Abstrak
Viele Kriterien sind bisher dafür herangezogen worden, um den sozialhistorischen Paradigmenwechsel weg vom Mittelalter hin zur Frühneuzeit zu bestimmen. Technische, philosophische, medizinische, militärische oder ökonomische Argumente haben dabei eine gewichtige Rolle gespielt. Die Aussagen der mehr volkstümlichen literarischen Texte hingegen haben hingegen bisher relativ wenig Aufmerksamkeit auf sich gelenkt, aber genau dort vermag man gut, ein sehr lebendiges Bild vom Übergang zu einer neuen Welt zu erkennen. Mit dem Begriff der ‚Demokratisierung‘ (nicht ganz im modernen Sinne des Wortes) lässt sich nämlich das Phänomen greifen, dass zunehmend in den verschiedensten Texten nicht länger mehr bloß von Situationen am adligen Hof die Rede ist. Statt dessen macht sich das Leben auf dem Lande, in der Stadt, auf der Straße, auf dem Jahrmarkt oder vor Gericht bemerkbar, wie insbesondere die Schwankliteratur dramatisch vor Augen führt. Anhand des Rollwagenbüchleins von Georg Wickram und vielen anderen vergleichbaren Werken können wir recht präzise den neuen Blickwinkel nachweisen, weil hier Vertreter verschiedenster sozialer Gruppen auftreten und miteinander agieren, was aber nicht immer ganz konfliktlos vonstatten geht.
Topik & Kata Kunci
Penulis (1)
Albrecht Classen
Akses Cepat
- Tahun Terbit
- 2025
- Sumber Database
- DOAJ
- DOI
- 10.19195/0435-5865.150.5
- Akses
- Open Access ✓